Der Mann unter der Brücke

Erstausstrahlung Sonntag 30. April um 21.40 auf SRF 1.

Seit dreizehn Jahren lebt Peter Hämmerli in selbstgewählter Einsamkeit unter einer Brücke in Zürich. Einfach austeigen, für nichts verantwortlich sein, sich
selbst genügen, das war sein Ziel. Aber die vermeintlich grosse Freiheit ist für den 65 jährigen längst mehr Fluch als Segen.

Selbst unter den Randständigen der Stadt ist Peter Hämmerli ein Aussenseiter. Mit anderen Obdachlosen lässt er sich nicht ein. Hämmerli raucht nicht und
Alkohol trinkt er so gut wie nie. Stattdessen bahnt er sich mit grossen Schritten tagtäglich seinen Weg durch Zürich. Im Schlepptau immer seine Handkarre
mit Habseligkeiten. Was er auf der Strasse an Essbarem findet, das nimmt er mit. Betteln würde Peter Hämmerli nie. Dazu ist er zu stolz.

Auch wenn er mit seinem Schicksal hadert, so ist die Brücke trotzdem sein Zuhause. Und vor allem ein gut gewähltes Versteck, denn Peter fühlt sich verfolgt
von einem Obdachlosen, der ihn nachts scheinbar drangsaliert. Dagegen wehrt er sich, will seinen Platz nicht räumen. Es ist ein Teufelskreislauf, denn Peter
Hämmerli sehnt sich nach einer festen Bleibe, schliesst aber gleichzeitig kategorisch aus, jemals wieder ein Teil der Gesellschaft zu sein. Glück empfindet
der Mann unter der Brücke nur, wenn er sich in seinen Schlafsack zwängt und von früher träumt.